Recht auf Bildung!

Hallo Freunde,

so, der Urlaub ist vorbei … leider. Aber sind wir mal ehrlich. Ich habe doch einen tollen Job und damit ist es auch nicht ganz so schlimm, wenn die Arbeit irgendwann wieder ruft.

Eine Arbeit, der viele junge Menschen gerne nachgehen würden und die von viel zu wenigen gemacht wird.

Aber wie kann das sein? Das Semester fängt in diesen Tagen wieder an und meine Stadt, Erlangen platzt aus allen Nähten. Eigentlich müsste man doch annehmen, dass die Kapazitäten der Unis voll sind und somit genug junge Leute ausgewählt werden. Ersteres stimmt, das Zweite leider nicht. Denn klar ist, dass die Professoren so viele Medizinstudenten unterrichten, wie seit langem nicht und das nicht unbedingt zu beiderseitigem Vorteil. Denn weder die Lehrer, noch die Schüler haben viel davon, wenn ein massives Ungleichgewicht zwischen der Quantität beider Gruppen besteht.

Und dann kommt dann noch dieser chronische Skandal mit der Zulassung zum Studium hinzu, mit dem sich nun sogar das Bundesverfassungsgericht beschäftigen musste. Denn trotzdem wir alle klar wissen, dass Abiturienten mit einem Durchschnitt von 1,0 oder schlimmer noch, 0,9 nicht automatisch die besseren Ärzte sind beharren die Verantwortlichen in den Universitäten auf dieser sinnbefreiten Regelung, die jungen Menschen ihre Zukunft mindestens erschwert, manchmal auch verbaut. Diese Vorgehensweise macht mich mehr als wütend, denn ich habe viele junge und hochmotivierte Abiturienten kennengelernt, die ihre Jugend mit Sinnvollerem, als mit Lernen für Unterrichtsfächer, die später keiner braucht, zugebracht haben (beispielsweise beim Roten Kreuz oder in anderen Einrichtungen als Ehrenamtler) und dann mit leeren Händen dastanden und entweder Jahre auf einen Studienplatz warten mussten oder aber ihren Traum ganz begraben haben. Und dabei wird die emotionale und soziale Seite des zukünftigen Studenten doch gerade in Freizeitaktivitäten, wie dem Ehrenamt geschult und nicht bei der Kurvendiskussion im Mathematikunterricht. Wer den NC als Zugangsvoraussetzung für ein Medizinstudium wählt, der kann auch gleich die Schuhgröße nehmen – beides hat ungefähr gleich viel mit der Eignung des Studenten für den späteren Beruf zu tun.

Und was ist sind die Konsequenzen aus so viel Ignoranz und der permanent falschen Universitätspolitik? Ganz einfach: Es bilden sich überall neue, private Universitäten (was ja dank der EU kein Problem ist) in denen dann diejenigen studieren können, denen man das Studium auf den „guten, deutschen“ Unis nicht zutraut. Nur, dass die zum Teil dafür tief in die Tasche greifen müssen. Fair ist das also bei weitem nicht. Denn wer keine Kohle hat, der bleibt außen vor. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie unbeliebt diese „alternativen“ Unis bei den alteingesessenen Herrn Dekanen sind, weil man so weit oben keinen Gegenwind gewohnt ist. Aber ich würde mal sagen: Selber schuld! Lasst halt die jungen Menschen studieren! Sie haben ein verfassungsmäßig garantiertes Recht darauf!

Allen, die also planen Medizin zu studieren und die keinen NC von 0,9 haben möchte ich Mut zusprechen! Gebt euren Traum nicht auf und kämpft dafür! Und wenn ihr warten müsst, dann tut das! Macht erst eine Ausbildung im medizinischen Bereich und studiert dann. Zum einen bringt euch das im Ranking weiter nach vorne, zum anderen lernt ihr was für später, indem ihr den Blickwinkel derer einnehmt, die später mit euch zusammenarbeiten. Denn denjenigen, die von der Schule in den Hörsaal stolpern ohne wirklich erlebt zu haben, wie es da draußen zugeht, fehlen oft wichtige Attribute, die einen Arzt aber ausmachen. Insofern: Nehmt die Warterei sportlich und macht das Beste daraus!

Euer Falk.