Die Grenzen des Katastrophenschutzes …

Hallo liebe Leser,

ihr habt es vielleicht schon auf unseren Instagram-Posts gesehen: Marius und ich waren letzte Woche gemeinsam auf der Bergkirchweih in Erlangen – ein Megaevent mit über einer Millionen Besuchern in nicht einmal zwei Wochen. Wer das Gelände des riesigen Volksfestes kennt, der wird sich fragen, wie so viele Menschen gemeinsam auf einem so winzigen Areal feiern können. Die Antwort: Keine Ahnung, aber es geht. Auch Marius und ich waren, gemeinsam mit zwei anderen Freunden vom Rettungsdienst dabei. Und das ist auch mal ok, nach der vielen Arbeit, oder?

Aber natürlich haben wir das ganze Spektakel auch durch die Brille der Retter gesehen und die Frage: „Was wäre wenn?, schwang die ganze Zeit mit. Was wäre also, wenn einer von uns, oder der Typ neben uns, oder sonst wer, einfach umkippen würde? In diesem Fall kann man sich darauf verlassen, dass die Helfer des Bayrischen Roten Kreuzes binnen Minuten zur Stelle sind – wenn sie denn durch die Massen an Menschen durchkommen, die teils so dicht an dicht stehen, dass man sich nicht einmal bücken kann, um seine Schuhe zu binden. Aber ok, laut BRK wurden über 600 Hilfeleistungen gezählt, ausgeübt von Helfern, die ihre Freizeit opfern um das unglückselige Feiervolk vor sich selbst zu bewahren. Auch zwei, extra eingesetzte Notärzte schieben während des gesamten Festbetriebes Dienst. Soweit so gut. Was aber passiert, wenn es wirklich mal zur Katastrophe kommen sollte?

Verantwortliche der Stadt und des Katastrophenschutzes arbeiten kontinuierlich daran, den Berg sicherer zu machen. Und die Realität gibt ihnen recht. Besonders viel Schlimmes ist in den letzten Jahren nicht passiert. Zumindest nichts, was eine Vielzahl von Verletzten mit einbeziehen würde. Trotzdem – unsere persönliche, aber durchaus fachliche Meinung: Eine Veranstaltung, wie die Bergkirchweih ist nicht abzusichern. Beginnen wir bei den Eingangskontrollen, die dazu führen sollen, dass niemand gefährliche Gegenstände mit auf das Gelände bringt. Die sind, genauso wie in den meisten Fußballstadien, ein absoluter Witz. Kontrolliert wird eigentlich fast keiner, und wenn, dann schauen die, zum Teil wenig angsteinflößenden und mit noch viel weniger Kompetenzen ausgestatteten Securitiy-Kräfte halbherzig in die Taschen von kleinen Mädchen und jungen Frauen. Mehr aber auch nicht. Aber es muss ja nicht einmal irgendein Irrer anfangen mit einer Waffe herumzufuchteln. Eine Massenpanik, ausgelöst durch eine unbedeutende Kleinigkeit reicht völlig aus, um die Situation zum Eskalieren zu bringen. Um dem Vorzubeugen haben sich findige Köpfe irgendwelche sinnlosen Gitterabsperrungen ausgedacht, die, unserer Meinung nach, die Panik aber nur anheizen würden, weil man sich eingezwängt fühlt.

Was wollen wir euch jetzt also mit diesem Blog sagen? Geht nicht auf Großveranstaltungen? Bleibt lieber zu Hause?

Kurze Antwort: Nö!

Aber man muss sich des Umstandes bewusst sein, dass derartige Riesenevents halt nur bedingt abzusichern sind. Kein Katastrophenschutz der Welt kann garantieren, dass nicht die Hölle losbricht. Und wenn sie das tut, dann kann man sich im Nachhinein nur noch um die Verletzten kümmern. So einfach ist das. Natürlich tun die Planer im Vorfeld alles, in ihrer Macht stehende, um solch sinnlose Katastrophen, wie bei der letzten Loveparade zu verhindern. Aber zur Wahrheit gehört eben auch, dass man sowas nie ganz ausschließen kann. Wie übrigens auch den Tod durch Autounfall. Aber es beruhigt doch ungemein zu wissen, dass, trotz eines, unserer Meinung nach insuffizienten, weil nicht anders möglich, Katastrophenschutzes, kaum schlimme Dinge passieren. Und vielleicht ist das doch ein Hoffnungsschimmer; denn es scheint wesentlich weniger kranke Vollidioten zu geben, die Großveranstaltungen dazu nutzen sich und möglichst viele andere zu pulverisieren, als gemeinhin befürchtet. Das Risiko bleibt leider trotzdem – es gehört zum Leben dazu.

In diesem Sinne – genießt es jeden Tag (das Leben),

Falk und Marius.