Rettungsdienst, Ehrenamt und Bereitschaft… wer blickt da durch?!

Hallo Leute,

Immer wieder werde ich gefragt, was das denn nun eigentlich sei, was ich da mache. Ich arbeite beim Deutschen Roten Kreuz, bin aber auch ständig privat für das DRK unterwegs. Alle meine Freunde und zum Teil auch meine Familie sehen nur das große rote Plus… Aber was ist eigentlich der Unterschied zwischen Arbeit und Privatvergnügen? Welche Tätigkeit wird bezahlt und was ist Ehrenamt?

Also ganz von vorne: Als ich damals beim Kreuz angefangen habe, war ich FSJler, habe also ein freiwilliges soziales Jahr abgeleistet. Währenddessen konnte ich auch meine Ausbildung zum Rettungssanitäter machen. Damals habe ich nur eine  Aufwandsentschädigung bekommen, um die Fahrtkosten zur Arbeitsstelle und zurück zu decken. Nach Beendigung dieses Jahres habe ich direkt die Ausbildung zum Rettungsassistent an- und diese nach knapp 2 Jahren abgeschlossen. Im Rahmen meiner Ausbildung wuchs mein Interesse für diesen ganzen medizinischen Kram immer weiter. Also begann ich, mich etwas weiter umzuschauen denn ich wollte wissen, was es da eigentlich noch so gibt.

Vor meinen aktiven Zeiten im Rettungsdienst sahen die Fahrzeuge der Hilfsorganisationen auch für mich alle gleich aus, ein Unterschied kaum erkennbar. Also nahm ich Kontakt zu einem Helfer der ortsansässigen DRK Bereitschaft auf und informierte mich dort über das große Thema Ehrenamt. Erst hier wurden mir grundlegende Dinge klar.

Im Endeffekt ist es eigentlich ganz einfach… Der Rettungsdienst heißt so, weil dort Menschen Dienst schieben und dafür entlohnt werden. Simpel, oder? Die Helfer einer Bereitschaft allerdings, bekommen für die Leistungen, die sie dort erbringen keine Entlohnung. Ihre ganze Arbeit verrichten sie umsonst, als Dienst an der Gesellschaft. Tatsächlich gibt es auch heutzutage noch Menschen, die so eine altruistische Einstellung haben und für lau anderen Menschen zur Hilfe eilen. Nun denkt sich aber vielleicht manch einer: „Aber wie ist das denn nun mit den Sanitätsdiensten“? Das ist ja schließlich auch ein Dienst. Und wie ich oben beschrieben hatte, bekommt man ja für einen Dienst Geld. Das ist auch richtig. Aber in diesem Fall nur bedingt. Der Helfer, der für seine Bereitschaft einen Sanitätsdienst ableistet, verdient damit zwar in den meisten Fällen ein Bisschen was dazu, dieses Geld wird jedoch direkt an die entsprechende Bereitschaftsgruppe weitergegeben. Jetzt könnte man meinen, das sei unfair. Aber: Von diesen Geldern können sich die wohltätigen Organisationen neue Geräte, Fahrzeuge oder Schutzausrüstung kaufen, die dann wieder den Helfern zu Gute kommt. Bereitschaft und Ortsverein sind übrigens die selbe Sache, man kann es nennen, wie man möchte. Die neuen Gerätschaften werden jetzt wiederum eingesetzt um anderen zu helfen – ein perfekter Kreislauf, an dem keiner sich bereichert. Ehrenamt pur!

Aber für was gibt es diese Bereitschaften denn überhaupt? Ich will das Ganze mal am Beispiel meiner Person erklären. Theoretisch hat meine Arbeit, also der Rettungsdienst, nichts mit dem Ehrenamt zutun. Die beiden Dinge sind völlig unabhängig voneinander. Mit der Ausnahme, dass der Rettungsdienst dem gleich Kreisverband angehört wie meine Bereitschaft – sie teilen sich also eine gemeinsame Verwaltung. Meine anderen Kollegen aus dem Rettungsdienst haben also, zumindest die Meisten, überhaupt nichts mit der Bereitschaft zu tun. Wenn ich ehrenamtlich unterwegs bin, ist das auch für mich völlig umsonst. Ich mache das aus Überzeugung und weil es mir einfach Spaß macht, etwas zu tun, was anderen im Notfall helfen kann.

Mein Ortsverein kann beispielsweise einen Teil eines Sanitätszuges stellen. Ich schreibe „meine Bereitschaft“ weil ich dort Bereitschaftsleiter bin. In einem meiner nächsten Blogeinträge werde ich euch auch mal was über diese Aufgabe erzählen – jetzt aber erstmal zurück zum Ehrenamt. Das funktioniert dann konkret so: Nach einem größeren Unfall, wie einer Bushavarie, bei dem viel Menschen verletzt oder zumindest betroffen sind (was nicht immer das selbe ist) schafft es der ortsansässige Rettungsdienst nicht mehr allein sich um alles zu kümmern. Dann werden die Sanitäts- und Betreuungszüge alarmiert. Das sind alles freiwillige Helfer, deren Funkmeldeempfänger, oder Handys nun wild bimmeln und vibrieren und die sich dann schnellstmöglich umziehen um zu ihrem Bereitschaftsheim zu fahren, wo die Fahrzeuge stehen, die es jetzt zu besetzen gilt. Der so entstehende Sanitätszug setzt sich aus mehreren Bereitschaften zusammen, sodass immer genug Personal zur Verfügung steht. Alle Helfer fahren nun gemeinsam zur Einsatzstelle um zu unterstützen und zu helfen. Natürlich fahren da keine Amateure. Auch die Bereitschaften lassen nur geschultes Personal ans Steuer der Autos mit den blauen Lichtern. Und all das geschieht für die Helfer ohne Entlohnung. Der Dank der geretteten ist Lohn genug.

Die Unterstützung des ortsansässigen Rettungsdienstes (also derjenigen, die für ihre Arbeit bezahlt werden) ist nur ein Teil der Aufgaben des Ehrenamts. Zu den anderen kommen wir in den vielen zukünftigen Blogbeiträgen noch.

 

Um es also noch Mal einfach zu vergleichen: Bei uns ist es wie bei der Feuerwehr. Die Mitglieder gehen einer ganz normalen Arbeit nach und sobald der Melder rebelliert werden sie zu Rettern und helfen wo und wie sie können. Ohne all die ehrenamtlichen Helfer würde diese ganze Infrastruktur überhaupt nicht funktionieren. Kaum vorzustellen, wenn es all diese tollen Menschen, die ihre Freizeit für andere opfern, nicht gäbe!

Ich hoffe, ich konnte Euch einen ersten Eindruck verschaffen und zähle weiterhin auf Eure Neugier. Bitte folgt uns, liked und kommentiert vor allen Dingen fleissig, sodass wir auf Fragen und Anregungen eingehen können.

Euer Marius.