Seitenwechsel.

Hallo liebe Leser,

 

leider ist es schon ganz schön lange her, dass wir unseren letzten Bluelights.info Beitrag für euch gepostet haben. Dafür erstmal eine dicke Entschuldigung. Viel ist seitdem passiert, was Marius und mich dazu gezwungen hat eine kleine Schreibpause einzulegen. Aber nun sind wir wieder da – und das mit einigen guten Storys. Eigentlich hatte ich gehofft euch von ein paar interessanten Patienten berichten zu können, die wir im Rahmen des Public Viewing versorgen mussten. Aber das hat sich ja nun irgendwie ziemlich endgültig erledigt – zumindest für dieses Jahr. Und in vier Jahren können wir dann Fußball auf dem Weihnachtsmarkt gucken. Super, oder? Danke FIFA! Aber egal, es ist halt wie es ist. Eine interessantere Neuigkeit ist da schon, dass einer von uns bald in einem neuen Format eines großen deutschen Fernsehsenders zu sehen sein wird. Auch hier wird es um das Thema Rettungsdienst gehen, eine brandheiße Angelegenheit, die für viele Menschen immer wichtiger und interessanter wird. In ungefähr zwei Monaten geht’s los – ihr dürft also gespannt sein. Sobald das Ganze spruchreif ist geben wir euch die Infos dazu bekannt.

 

Nun aber zum eigentlichen Thema.

Vor ein paar Tagen habe ich etwas Schlechtes gegessen und bin daraufhin mitten in der Nacht mit ziemlichen Bauchschmerzen aufgewacht. Die ganze Angelegenheit war schnell erledigt, hat mich aber trotzdem zum Nachdenken gebracht. Als die Schmerzen abgeklungen waren und ich mich zum Einschlafen ins Bett zurück legte stellte ich mir die Frage, wie mein Job wohl aus Sicht der Patienten wahrgenommen wird. Was, wenn meine Bauchschmerzen keine Bauch-, sondern Brustschmerzen gewesen wären? Wie hätte es mir gefallen, wenn eine Horde von hochmotivierten Rettern in Rot in ihren schweren und dreckigen Stiefeln in meinem Schlafzimmer gestanden hätte und mir unzählige Kabel überall am Körper befestigt hätte? Der Zugang, der vermutlich noch auf dem Bett gelegt wird, das Blut, das möglicherweise auf das Bettlaken fließt, das Piepen, die Geräte und über allem die Schmerzen und die Angst es nicht zu schaffen – ein unglaublicher Stress. Einer meiner besten Freunde ist im Dezember im Alter von 29 Jahren verstorben. Vor seinem Tod war er immer wieder mit schweren Problemen konfrontiert, die den Rettungsdienst auf den Plan gerufen haben. Auch ihm war es immer etwas unangenehm, wenn er wieder einmal aus dem zweiten Stock mit der Feuerwehrleiter aus seiner Wohnung transportiert werden musste, oder die Retter in seine privaten Bereiche eindrangen – obwohl er wusste, dass sie ihm bis zu Letzt versuchten das Leben zu retten.

Für uns ist es ein Beruf – Alltag. Der Melder geht, wir fahren raus und tun das, was wir gelernt haben. Für andere ist es eine enorm belastende und stressige Situation, die ihre Existenz bedroht und sie dazu zwingt fremde Menschen in die engste Privatsphäre eindringen zu lassen.

Manchmal sollten wir uns diese Tatsache vielleicht etwas deutlicher vor Augen führen.

 

Bis zum nächsten Mal,

Euer Falk.