Unsere Katastrophenschutz-Großübung vom Wochenende … Ein Bericht.

Hello,

dass beim Thema Ehrenamt einiges dahintersteckt, habe ich Euch ja schon in meinem letzten Blog erzählt. Dass man da immer noch eine Schippe draufsetzen kann, war mir in diesem Ausmaß bisher aber selbst nicht bewusst.

Der Brandinspektor meiner Gemeine hatte in Zusammenarbeit mit einigen Führungskräften von DRK, Feuerwehr, Bundeswehr, THW, Polizei sowie der Bundespolizei eine gewaltige Großübung organisiert, die am Wochenende stattfand.

Davon möchte ich euch heute erzählen. Ich habe bisher schon an einigen solcher Übungen teilgenommen und dachte, die letzten wären schon umfangreich gewesen, aber die vom Wochenende hat wirklich alles getoppt. Etwa 450 Helfer waren beteiligt. Allein diese Zahl zeigt schon das gewaltigen Ausmaß dieses Szenarios. Die angenommene Lage war ein größerer Waldbrand. Aber nicht nur dieser Brand musste bekämpft werden, sondern einhergehend damit standen noch einige andere Übungsszenarios auf dem Plan. Das Hauptaugenmerkt war dabei aber auf die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Hilfsorganisationen und der Bundeswehr gerichtet.

Die Feuerwehr musste zur Brandbekämpfung anrücken, quasi nebenbei aber auch noch einige Verkehrsunfälle abarbeiten, abgestürzte Personen retten und mehrere Brandschneisen schlagen. Die Bundeswehr und das THW unterstützen die Feuerwehr bei der Brandbekämpfung und beim Verlegen von gewaltigen F-Druckschläuchen quer durch das Schadensgebiet, um die Wasserversorgung sicherzustellen. Dafür musste sogar ein Staudamm errichtet werden. Die Bundeswehr war sogar mit kleineren Panzern vor Ort. und die Bundespolizei unterstütze die Aktion mit mehreren Wasserwerfern – praktisch bei einem Großbrand.

Natürlich bleiben bei solch einer angenommenen Katastrophe auch Verletzte nicht aus. Nachdem die Feuerwehr und die Helfer der anderen Organisationen die Verletzten gefunden und erstversorgt hatten, bestand nun unsere Aufgabe darin, diese Verletzten zu behandeln. Aus diesem Grund rückten wir an diesem Samstag mit zwei Zügen des DRK an. Der Betreuungszug und der Sanitätszug, zu dem auch meine Bereitschaft gehört, wurden alarmiert. Wir trafen uns mit allen Fahrzeugen auf einem Bereitstellungsplatz und fuhren von dort aus zu den verschiedenen Einsatzorten. Die KTWs und RTWs fuhren dann in das Schadensgebiet und unterstützen bei der Erstversorgung und der Stabilisierung der Patienten. Währenddessen bauten wir auf einem großen Parkplatz einen Behandlungsplatz für 25 Personen auf, der aus 4 Zelten bestand. Ein Zelt für grüne, eins für gelbe und eins für rote Patienten. Die Farben signalisieren den Schweregrad der Verletzungen. Am Eingang des Behandlungsplatzes stand dann noch ein Zelt zur Sichtung und Kategorisierung der Patienten. Von dort aus wurden sie auf die einzelnen Zelte verteilt um dort behandelt zu werden. Das rote Zelt, das wir betreut und eingerichtet haben, war aufgebaut wie eine kleine Intensivstation. Dort konnten Patienten, die vital bedroht waren fachgerecht behandelt werden. Vom venösen Zugang bis zur Intubation mit anschließender Beatmung war dort alles vorhanden. Nachdem wir etwa 10 Patienten durch die Rettungsmittel zugebracht bekommen und diese versorgt und behandelt hatten, war die Übung nach etwa 8 Stunden zu Ende. Die Verpflegungskomponente des DRK versorgte alle Helfer mit etwas Gutem zwischen die Kiemen – eine Großübung für sich …

Aber da sieht man Mal, dass das Aufgabengebiet der Hilfsorganisationen viel größer ist, als man vielleicht zunächst erwarten würde. Auch die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Organisationen und der Bundewehr hat wirklich einwandfrei funktioniert. Dennoch ist es gut so etwas für den Fall der Fälle zu Proben, damit im Ernstfall alles läuft.

Ich muss ich sagen, dass diese Übung auch für mich wirklich eindrucksvoll war und ich sehr viel mitnehmen konnte. Auch ich wusste überhaupt nicht, was Organisationen wie das THW alles so stemmen können. Das erweitert den Horizont. Ein Kumpel von mir, der diese Übung beobachtet hat, war total erstaunt, was solche ehrenamtlichen Helfer in so einer kurzen Zeit auf die Beine stellen können und was alles möglich ist…

Wer jetzt denkt, ich würde hier nur über das Ehrenamt berichten, der irrt. In den nächsten Posts werde ich mich mit dem Rettungsdienst beschäftigen.

Auf meinem Instagram Proflil ma_be_zi sind einige Bilder der Übung zu sehen.

Und nicht vergessen – Kommentiert und liked fleißig, nur so können wir auf eure Fragen und Wünsche eingehen!

Bis demnächst,

Euer Marius